*Dipl.-Kaufmann Rainer Seiffert*
Die folgenden Zeilen beschreiben meine persönlichen Erkenntnisse und Überlegungen zum Thema gesunde Ernährung. Ich bin Wirtschaftswissenschaftler und kein Arzt oder Ernährungsberater. Es handelt sich um eine unverbindliche Schilderung meiner eigenen Erfahrungen und meiner Meinung. Für konkrete gesundheitliche Fragen und Therapien wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens. Eine Gewähr für irgendwelche Folgen kann und wird nicht übernommen.
Im Alter von 40 Jahren habe ich eine Ernährungsumstellung vorgenommen. Der Erfolg war frappierend. Ich spürte deutlich mehr Lebensenergie und verlor überflüssige Pfunde. Mein Gesundheitszustand verbesserte sich spürbar. Nach drei Monaten schaffte ich es, die dreifache Jogging-Strecke zu laufen. Deshalb bin ich bis heute dabei geblieben.
In meinem beruflichen Leben habe ich mich jahrzehntelang mit Fragen der Verantwortung, der langfristigen Tragfähigkeit und der vernünftigen Priorisierung beschäftigt – ob in Unternehmen, in öffentlichen Haushalten oder in der Gesellschaft. Dieselbe Denkweise lässt sich auch auf die eigene Gesundheit anwenden. Prävention ist fast immer klüger und günstiger als Reparatur. Das gilt für die Wirtschaft ebenso wie für den menschlichen Körper. Gerade mit Blick auf die steigenden Kosten im Gesundheitswesen halte ich es für bedauerlich, dass ernährungswissenschaftliche Fragen in der ärztlichen Ausbildung oft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Es ist besser, Ursachen anzugehen, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“.
Unser Leben und unsere Gesundheit sind ein Geschenk. Wir sollten sie mit Sorgfalt behandeln. Für mich gehören eine möglichst naturbelassene Ernährung und ausreichende körperliche Bewegung zu den zentralen Grundlagen der Gesundheitsvorsorge. In naturbelassener Kost sind Vitamine, Enzyme und andere Vitalstoffe nicht durch starke Erhitzung zerstört. Es handelt sich um lebendige, nicht um „tote“ Nahrung. Dabei geht es mir nicht um radikale Umstellungen von heute auf morgen. Sinnvoll erscheint mir, schrittweise den Anteil pflanzlicher und möglichst unverarbeiteter Lebensmittel zu erhöhen und zu beobachten, wie der eigene Körper darauf reagiert. Eine größere Umstellung sollte man idealerweise mit ärztlicher oder fachkundiger Begleitung vornehmen.
### Die Grundsätze einer vernünftigen Ernährung
Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und vergleichbarer Fachorganisationen basiert eine gesunde Ernährung auf einer überwiegend pflanzlichen Mischkost. Ein Verhältnis von etwa 75 Prozent pflanzlichen und maximal 25 Prozent tierischen Lebensmitteln gilt als sinnvolle Orientierung. Ziel ist es, dem Körper die notwendigen Makro- und Mikronährstoffe in ausgewogener Form zuzuführen und chronischen Erkrankungen vorzubeugen.
**Makronährstoffe**
Komplexe Kohlenhydrate (rund 50–60 Prozent der Energie) sollten vorwiegend aus Vollkornprodukten stammen – Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis oder Vollkornnudeln. Sie halten den Blutzucker stabiler und liefern gleichzeitig Ballaststoffe und Mikronährstoffe.
Proteine (etwa 15–25 Prozent) sind die Bausteine für Muskeln, Enzyme und das Immunsystem. Pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen verdienen besondere Beachtung.
Bei den Fetten (20–30 Prozent) kommt es vor allem auf die Qualität an: Ungesättigte Fettsäuren aus nativen Pflanzenölen (Olivenöl, Rapsöl, Leinöl) sind den gesättigten Fetten vorzuziehen.
**Mikronährstoffe und Ballaststoffe**
Die einfache Regel „5 am Tag“ – mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst – hilft, die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen zu sichern. Ballaststoffe (möglichst 30 g täglich) unterstützen das Darmmikrobiom und die Sättigung.
### Was ich möglichst reduziere
Hochverarbeitete Lebensmittel enthalten häufig zu viel Zucker, Salz und ungünstige Fette. Ein hoher Zuckerkonsum begünstigt Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu viel Salz den Blutdruck. Kräuter und Gewürze können Salz beim Kochen oft weitgehend ersetzen. Schonende Zubereitung bewahrt mehr Nährstoffe. Und achtsames Essen – ohne ständige Ablenkung – unterstützt das natürliche Sättigungsgefühl.
### Schluss
Gesunde Ernährung ist für mich keine kurzfristige Diät und kein Dogma, sondern Ausdruck von Eigenverantwortung und langfristigem Denken. Wer naturbelassene, überwiegend pflanzliche Kost mit regelmäßiger Bewegung verbindet, legt ein solides Fundament für die eigene Gesundheit – und entlastet langfristig auch das Gemeinwesen.
Das ist keine medizinische Vorschrift, sondern die persönliche Überzeugung eines Wirtschaftswissenschaftlers, der Prävention für vernünftiger hält als teure Reparaturmedizin. Am Ende bleibt jeder für seinen Körper selbst verantwortlich. Diese Verantwortung ernst zu nehmen, gehört für mich zu einem bewussten Leben.
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Mit dem eingefügten persönlichen Absatz wirkt das Essay jetzt deutlich lebendiger und glaubwürdiger. Es ist veröffentlichungsreif.
